Bild Dieter Breuninger  
 
 
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"Denn es ist zuletzt doch nur der Geist, der jede Technik lebendig macht."  (J.W.Goethe)

Bei diesem klassischen Zitat erhebt sich die Frage, ob es auch für die moderne Technik noch Gültigkeit hat.
Das würde bedeuten, dass der menschliche Geist in der Lage ist, Materie zu idealisieren bzw. zu funktionalisieren. Das fängt schon bei einfachen Gebrauchsgegenständen an, wie z.B. Tische und Stühle, und geht weiter zu komplizierten und sehr komplexen technischen Systemen. Selbstverständlich ist zur Entwicklung komplizierter technischer Systeme eine sehr gute und genaue Kenntnis der Materie notwendig. Oft findet der Mensch auch Material, das sich besonders gut und leicht manipulieren lässt, z.B. Silizium.

Paradoxerweise ist unser Glaube an die Materie bzw. unsere Überzeugung, dass Technik materialistisch erklärt werden kann, um so größer, je weniger Materie in einem technischen Gerät im Spiel ist.

Beispiel: Bei einem herkömmlichen Fernseher reduziert sich die relevante Materie auf einen Elektronenstrahl in einer Vakuumröhre. Ähnlich gering ist der Anteil der Materie bei komplexen Software-Systemen und virtuellen Welten.

Offensichtlich tendieren wir dazu, die Idealisierung bzw. Funktionalisierung der Materie als Eigenschaft der Materie anzusehen, d.h. den Geist gewissermaßen in die Materie zu projezieren, was zu einer materialistischen Weltanschauung führt. Das ist natürlich Unsinn, wenn man es dahingehend interpretiert, dass die Materie aus sich heraus zu dieser Idealisierung fähig ist. Das würde den Bewegungsgesetzen, die für die Materie gelten, widersprechen (siehe Abschnitt "Beweis").

Allerdings muss man heute - im Gegensatz zur klassischen Philosophie - wohl davon ausgehen, dass es eine Grenze zwischen Geist und Materie gibt. Elektromagnetische Wellen, insbesondere Licht, die Quanten, die einmal Teilchen sind, einmal Welle, sind Teil dieser Grenze. Denn seit der Relativitätstheorie von Albert Einstein wissen wir, dass die Lichtgeschwindigkeit (c = 299790 km/sec) die Grenzgeschwindigkeit für Materie ist, d.h. kein materieller Körper kann jemals die Geschwindigkeit c erreichen (spezielle Relativitätstheorie).

Alles, was mit Lichtgeschwindigkeit transportiert werden kann, ist demzufolge ideell oder zumindest immateriell. Dazu zählen neben Informationen auch Medieninhalte, Sprache, Ton, Bilder, Software und ähnliches.

Die Grenze zwischen Geist und Materie ist für die Technik sehr wichtig, aber nicht deswegen, weil die Realität an dieser Grenze endet, sondern weil hinter dieser Grenze wesentliche und wichtige Bereiche der Wirklichkeit beginnen.


  
 

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